Dienstrad-Leasing in Deutschland

Ein Freiburger Unternehmen, heute unter dem Namen Jobrad bekannt, hat in Deutschland den Weg zum Dienstrad geebnet. Im Jahr 2012 wurde der Steuervorteil von Dienstwagen auch auf Fahrräder und E-Bikes mit einer Motorunterstützung bis 25 km/h ausgeweitet. Seither entwickelte sich das Dienstrad-Leasing zum Erfolgsmodell.

Dieses Potential der Fahrradmobilität wird längst auch von der Politik erkannt und in zunehmendem Maße gefördert. Schließlich leistet das Fahrrad, das anstelle des Autos für den Weg zur Arbeit genutzt wird, einen Beitrag zum Umweltschutz. Durch den verstärkten Einsatz von Dienstfahrrädern kann dem Verkehrsinfarkt in Städten, den Staus, schlechter Luft und der Parkplatznot vorgebeugt werden. Auf die Gesunderhaltung der Bevölkerung hat das Fahrradfahren ebenfalls eine positive Wirkung.

Schrittweise wurde daher in Deutschland der zu versteuernde, geldwerte Vorteil eines per Gehaltsumwandlung an den Arbeitnehmer überlassenen Dienstrads gesenkt. Waren es anfangs noch 1% wie beim Dienstwagen, so sind es heute nur noch 1% eines auf volle 100 € abgerundeten Viertels der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Hierfür hat sich der Begriff „0,25%-Regel“ eingebürgert. Sie gilt ab Januar 2020 für alle erstmals ab dem 1. Januar 2019 vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer überlassenen Fahrräder.

Was genau ist ein Dienstrad?

Ein Dienstrad ist ein alltagstaugliches Fahrrad oder Pedelec mit einer Motorunterstützung von bis zu 25 km/h, im Sprachgebrauch oft als E-Bike bezeichnet. Es sollte mit einer Lichtanlage, Schutzblechen und gegebenenfalls einem Gepäckträger ausgestattet sein, damit das Dienstrad straßentauglich ist. Grundsätzlich kommt jeder Fahrrad-Typ als Dienstrad in Frage, egal ob City-, Trekking- oder Mountainbike. Auch Rennräder oder Lastenräder können als Dienstrad gewählt werden. Der Arbeitgeber stellt dieses Fahrrad interessierten Arbeitnehmern zur dienstlichen und privaten Nutzung zur Verfügung, entweder mit oder ohne Kostenbeitrag durch die NutzerInnen. Es gibt also grundsätzlich zwei Möglichkeiten für das Dienstrad-Leasing.

Gehaltsumwandlung oder Gehaltsextra?

(1) Das am häufigsten zur Anwendung kommende Modell des Dienstrad-Leasings ist in Deutschland die bereits seit Jahren erfolgreich praktizierte Gehaltsumwandlung. Der Arbeitgeber überlässt das Fahrrad an den Mitarbeiter und behält als Gegenleistung für den Zeitraum der Überlassung einen Teil des vertraglich vereinbarten, monatlichen Bruttolohns in der Höhe der Leasingrate ein. Dies bringt eine Reihe an finanziellen Vorteilen sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer.

  • Durch diese Form der Barlohnumwandlung erwirkt der Arbeitnehmer einen Steuervorteil, denn das zu versteuernde Einkommen sinkt um die Höhe der Leasingrate.
  • Der nicht ausgezahlte Teil des Arbeitsentgelts gilt als Sachbezug. Darf der Arbeitnehmer das Dienstrad auch privat nutzen, entsteht dem Arbeitnehmer ein geldwerter Vorteil. Dieser muss nach der 0,25%-Regel versteuert werden. Bemessungsgrundlage hierfür ist der Listenpreis, d.h. die unverbindliche Bruttopreis-Empfehlung des Händlers oder Herstellers.
  • Beim Dienstrad darf der Arbeitnehmer 30 Cent pro gependeltem Entfernungskilometer als Entfernungspauschale in der Steuererklärung geltend machen.
  • Der Arbeitgeber spart durch die Teilnahme am Dienstfahrrad-Leasing einen Teil der Lohnnebenkosten und kann zusätzlich die Leasing- und Versicherungsraten als Betriebsausgaben geltend machen.

(2) Seit 2019 gibt es in Deutschland eine zweite Variante, das Dienstrad als Gehaltsextra. In diesem Fall trägt der Arbeitgeber die Leasingraten und reicht sie nicht an den Arbeitnehmer weiter.

  • Das Dienstrad wird dem Arbeitnehmer als Gehaltsextra zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn (§ 3 Nr. 37 EstG) kostenlos zur Verfügung gestellt.
  • Die Versteuerung des geldwerten Vorteils entfällt.

Auch ein S-Pedelec mit einer Motorunterstützung von bis zu 45 km/h kann im Rahmen des oben beschriebenen Dienstrad-Modells geleast werden. Allerdings stellen die S-Pedelecs in Deutschland einen Sonderfall des Dienstrad-Leasings dar.

Sonderfall S-Pedelec mit Motorunterstützung bis 45 km/h

In Deutschland gelten S-Pedelecs rechtlich als Kraftfahrzeug. Steuerlich werden S-Pedelcs dem Dienstwagen mit Elektroantrieb gleichgesetzt. Seit dem 1. Januar 2020 gilt die 0,25%-Regel für die Versteuerung des geldwerten Vorteils auch für E-Autos und findet entsprechend auf S-Pedelecs Anwendung. Anders als beim Fahrrad ohne Motor oder beim Pedelec mit Motorunterstützung bis unter 25 km/h müssen jedoch die Anfahrtskilometer zum Arbeitsort („der Arbeitsweg“) versteuert werden.

Grundsätzlich unabhängig vom Verkehrsmittel ist in der Lohnsteuererklärung die Entfernungspauschale mit 0,30 €/km zu gewähren (§9 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Ab Januar 2021 und ab dem 21. Entfernungskilometer steigt diese Pauschale zunächst auf 0,35 €/km (Gesetz zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht vom 21. Dezember 2019, BGBl I S. 2886). Gerade für das S-Pedelec, die „Speed“ Variante der Dienstfahrrad-E-Mobilität, kann dies von Bedeutung sein, denn Berufspendler können mit dem S-Pedelec größere Strecken zurücklegen.

Da die S-Pedelecs als Kleinkraftrad gelten, muss für sie eine KfZ-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Im Rahmen des Dienstrad-Leasings ist in diesem Fall genau zu prüfen, welche Art an zusätzlichen Versicherungsleistungen über das Dienstrad-Leasing sinnvoll sind bzw. welche günstiger im Rahmen der KfZ-Versicherung abgedeckt werden können.

In allen beschriebenen Varianten des Dienstrad-Leasings ist der Arbeitgeber der Leasingnehmer. Er zahlt die monatlichen Leasingraten, vergleichbar einer Miete für das Dienstrad, die über einen bestimmten Zeitraum fällig ist. In der Regel beträgt der Leasingzeitraum 36 Monate. Damit ist das Dienstrad-Leasing auch eine gute Form der Mitarbeiterbindung.

Was geschieht am Ende der Laufzeit?

Das Rad gehört am Ende der Laufzeit dem Leasinggeber, d.h. der Firma, die als Dienstleister den Leasingprozess begleitet und abgewickelt hat. Für den Nutzer des Dienstrads besteht Entscheidungsfreiheit, ob er das Rad zurückgeben oder übernehmen möchte.

Wie hoch ist die Ersparnis gegenüber dem Direktkauf?

Bei Übernahme des Dienstrads ist eine Ersparnis von bis zu 40% gegenüber dem Direktkauf möglich. Wie hoch die Ersparnis im Einzelfall aussieht, hängt von verschiedenen individuellen Faktoren wie beispielsweise der Lohnsteuerklasse, Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, Familienstand etc. ab.

Eine weitere Einflussgröße ist die Frage, wer die Versicherungsleistungen trägt, der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber. Eine Grundversicherung ist bei jedem Leasingmodell und bei jedem Leasinganbieter Pflicht. Der Leistungsumfang deckt in der Regel einen Versicherungsschutz im Fall von Diebstahl, Unfall, Beschädigungen durch Vandalismus, Bedienungsfehler, Zerstörung von Akkus, Motor- und Steuergeräten ab und schließt eine Mobilitätsgarantie mit ein.

Modellrechnung

In unserer Modellrechnung betrachten wir einen Arbeitnehmer, der sich ein Rad im Wert von 4.999,00 € kaufen möchte. Dieser Arbeitnehmer lässt sich steuerlich wie folgt beschreiben:

  • 3.000,00 € Bruttolohn
  • Steuerklasse 1, keine Kinder
  • Bundesland Bayern, Kirchensteuer = ja
  • Rentenversicherungspflicht besteht
  • Gesetzliche Krankenversicherung

Der Arbeitgeber ist in dieser Modellrechnung vorsteuerabzugsberechtigt.

In Modell 1 übernimmt der Arbeitgeber die verpflichtende Basisversicherung, es werden keine weiteren Versicherungen abgeschlossen.

In Modell 2 trägt der Arbeitnehmer die Versicherungsleistungen selbst und entscheidet sich für das Rundum-sorglos-Paket mit maximalem Versicherungsschutz inkl. jährlicher Inspektion und Verschleißreparaturen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich das Dienstrad-Leasing für höherpreisige Räder besonders lohnt. In diesem Fall ist der umfassende Versicherungsschutz ein großes Plus und macht das Dienstrad-Leasing doppelt attraktiv, insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber die Versicherungsleistungen übernimmt.

Wenn Sie Arbeitnehmer sind und wissen wollen, wie hoch die individuelle Ersparnis in Ihrem Fall aussieht, auf unserer Website zu Leasing-Partnern haben wir Leasingrechner verschiedener Anbieter verlinkt.

Die Entscheidungsfreiheit, ob das Rad am Ende der Laufzeit übernommen wird oder an den Leasinganbieter zurückgegeben wird, besteht bis zum Schluss, denn die exakte Ermittlung des Restwerts des Fahrrads erfolgt erst am Ende der Laufzeit. Dementsprechend kann der Restwert nicht mit Beginn des Leasingvertrags festgelegt und vertraglich vereinbart werden kann. Die Rückgabe des Fahrrads an den Leasinganbieter ist daher alternativ möglich.

Rückgabe und ein neues Rad?

Der ein oder andere ist vielleicht im Rahmen des Dienstrad-Leasings auf den Geschmack gekommen und hat seine ursprünglichen Ansprüche an das Fahrrad geändert. Studien belegen, dass Arbeitnehmer, die mit dem Rad zur Arbeit pendeln, auch privat öfter aufs Rad steigen. Technikbegeisterte Dienstrad-Nutzer möchten möglicherweise ein neues Rad mit anderen, innovativeren Features. Über einen neuen Leasingvertrag lässt sich am Ende der Laufzeit ganz einfach auf ein anderes Dienstrad umsatteln.

Dienstrad-Leasing – ein interessantes Modell?

Ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, wer den ersten Schritt in Richtung Dienstrad-Leasing unternimmt, spielt keine Rolle.
Wir von e-bikes4you.com stehen Ihnen gerne beratend zur Seite, auch als Entscheidungshilfe, ob das Dienstrad-Leasing für Sie wirklich die beste Option ist.

Wenn Sie als Arbeitgeber denken, Dienstrad-Leasing ist für mein Unternehmen ein interessanter Weg, um

  • umweltfreundliche Mobilitätslösungen aktiv zu fördern und gleichzeitig
  • eine vielseits geschätzte Form des Mitarbeiter-Benefits im Unternehmen zu einzuführen,

wir unterstützen Sie gerne dabei, das Dienstrad-Modell gewinnbringend in Ihrem Unternehmen etablieren.

Als Arbeitnehmer haben Sie jetzt vielleicht den Eindruck, endlich eine Lösung für ein oder zwei der folgenden Probleme gefunden zu haben.

  • Wie komme ich möglichst günstig an mein Traumrad?
  • Wie kann ich meinen Arbeitgeber um eine Gehaltserhöhung bitten, die das Personalbudget nicht belastet?

Fragen Sie am besten Ihren Arbeitgeber, ob er bereits mit einem Leasinganbieter zusammenarbeitet. Wenn Sie sich nicht sicher sind, helfen wir Ihnen gerne, Ihren Arbeitgeber von den vielen Vorzügen des Dienstrad-Leasings zu überzeugen. Kontaktieren Sie uns einfach telefonisch unter +49 (0)8033 9789020 oder per Email an sales@e-bikes4you.com.

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