Sicher und richtig radeln - Teil 1

Teil 1: Sicher mit dem richtigen Rad unterwegs

Rauf aufs Rad und los!? Radeln kann doch jeder, denkst du dir. Wozu also einen extra Artikel über das richtige Radeln  und die Sicherheit?

Oft werden sicherheitsrelevante Aspekte beim Fahrradfahren nicht ausreichend beachtet, beispielsweise die Verkehrssicherheit des Fahrrads selbst. Schmerzen werden als notwendiges Übel betrachtet. In zwei Teilen haben wir uns daher dem Thema „Sicher und richtig radeln“ angenommen, denn wir wünschen uns für alle begeisterten Fahrradfahrer und solche, die es werden wollen, lange andauernde Freude mit diesem gesunden, erlebnisreichen und manchmal auch herausfordernden Sport.

Für sicheres, schmerzfreies Radeln sind zwei grundlegende Punkte wichtig:

  1. Der gewählte Fahrradtyp sollte zum tatsächlichen Einsatzbereich passen, d. h. es spielt eine Rolle, wer, warum auf welchem Fahrrad unterwegs ist.
  2. Nur wenn Fahrer und Fahrrad perfekt aufeinander eingestellt sind, kann dadurch Schmerzen beim Fahrradfahren vorgebeugt werden. Mehr dazu erfährst du in Teil 2 „Gesund in der richtigen Sitzposition radeln“.

Die Ausstattung des Fahrrads hängt mit dem geplanten Einsatzzweck zusammen. Damit hat der gewählte Fahrradtyp Einfluss auf sicherheitsrelevante Merkmale  und die Gesundheit. Überlege dir also zunächst genau, mit welchem Fahrrad du (idealerweise) unterwegs bist und stelle dir die Frage:

Welches Fahrrad passt zu mir?

Es gibt heute sehr viele verschiedene Fahrradtypen und Modelle, wodurch die Entscheidung, welches Rad am besten geeignet ist, gar nicht so leicht fällt. Die am meisten verbreiteten Fahrradtypen sind City-, Trekking-, Mountain- und Roadbike, wobei für letzteres im deutschen Sprachraum der Begriff Rennrad gebräuchlich ist. Für welche Zwecke das Rad genutzt wird, entscheidet darüber, welche Art von Rad am besten passt.

Gelegentlich in der Stadt unterwegs mit einem Citybike von Diamant.

Im Stadtverkehr mit einem Trekkingbike (Aventura2) bzw. Mountainbike (Jarifa2) von Focus.

Ob Einkaufen oder Kinder abholen, kein Problem mit Kalkhoff Rädern der Plus-Serie.

Wird das Fahrrad nur gelegentlich verwendet, d.h. etwa einmal pro Woche für Einkäufe oder einmal im Monat für eine kleinere Radtour? Oder wird das Rad regelmäßig mindestens dreimal 20 Minuten pro Woche gefahren? Dient das Fahrrad zum täglichen Pendeln ins Büro bei Wind und Wetter? Wird das Rad häufig als Autoersatz zum Einkaufen und zum Kindertransport verwendet? Werden längere Wochenend- und Urlaubstouren unternommen? Ist das Rad gar Trainings- und Sportgerät? Wer gerne schnell auf längeren Strecken auf der Straße unterwegs ist, braucht ein anderes Rad als derjenige, der herausfordernde Touren im Gelände liebt.

Natur-Touren mit dem E-Mountainbike Powerfly von Trek.

Trail-Experience mit dem vollgefederten Cross Country Mountainbike Top Fuel von Trek.

Schnell und ausdauernd auf der Straße unterwegs mit einem  Emonda Roadbike von Trek.

Wenn du oft mit dem Fahrrad unterwegs bist und nicht nur gelegentlich radelst, dann solltest du in jedem Fall dein Fahrrad bestmöglich auf dich einstellen (lassen) oder gar – in Abhängigkeit vom Einsatzzweck – in ein neues Fahrrad investieren.

City- oder Trekkingbike? Das Kalkhoff Entice 5B Advance+ ist beides!

Citybikes sind ideal für alle, die kürzere Strecken regelmäßig mit dem Rad zurücklegen und damit etwas für ihre Fitness tun wollen. Trekkingbikes sind für weitere Strecken gedacht, die auch mal abseits der asphaltierten Straßen über Kies- und Feldwege führen.

Komfort und Sicherheit stehen bei diesen beiden Fahrradtypen im Vordergrund. Räder mit einem Rahmen in Schwanenhals- oder Wave-Form, sogenannte Tiefeinsteiger, ermöglichen ein leichtes Auf- und Absteigen.

Workout mit Roadbike (Trek Domane). Pausen zwischendurch sind gut zum Auslockern.

Rennräder eignen sich für diejenigen, die sportlich auf asphaltierten Straßen unterwegs sein wollen und gerne mal länger im Sattel sitzen. Vorsichtig sollten jedoch auf Grund der stark gebeugten Sitzhaltung alle sein, die einen untrainierten Rücken haben. Fehlhaltungen führen schnell zu Rücken- und Nackenschmerzen.

Sportlich und kraftvoll unterwegs mit dem leichten E-Mountainbike Levo SL von Specialized.

Mountainbikes empfehlen sich für sportliche Radler, die in rauem Gelände unterwegs sind. Wer auf gut befestigten Straßen, Feld- und Forstwegen Touren unternimmt, der ist mit einem „Hardtail“ gut beraten. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet der Begriff „harter, hinterer Teil“, d.h. das „Hardtail“ hat nur vorne eine Federgabel. Wer gerne über Stock und Stein brettert oder schmale, holprige Pfade, sogenannte „Trails“ entlangfährt, der greift lieber zu einem sogenannten „Fully“, das sowohl vorne als auch hinten über eine Federung verfügt und damit voll gefedert ist. Mountainbiker trainieren zusätzlich zur Ausdauer in besonderem Maße auch Kraft und Koordinationsvermögen.

Mittlerweile gibt es all die genannten Fahrradtypen auch als E-Bike. Mit einer Motorunterstützung von bis zu 25 km/h sind diese E-Bikes, auch Pedelec genannt, zulassungs- und führerscheinfrei. E-Bikes werden immer beliebter, denn sie erlauben auch bei Steigungen ein Fahren im optimalen Pulsbereich. Zudem ermöglichen E-Bikes dem weniger trainierten Fahrer die bessere Bewältigung von (extremen) Steigungen und längeren Touren. Besonders für ungeübte Radfahrer besteht jedoch die Gefahr, dass sie die Geschwindigkeit unterschätzen. So entwickeln E-Bikes beispielsweise bergab auf Grund ihres Gewichts eine hohe Schubkraft. Deshalb gilt als Faustregel, dass ein Berg niemals schneller hinuntergefahren werden sollte als bergauf.

Wann ist ein Fahrrad (verkehrs)sicher?

Wenn du mit deinem Fahrrad auf öffentlichen Straßen unterwegs bist, musst du darauf achten, dass dein Fahrrad verkehrssicher im Sinne der gesetzlichen Regelungen ist. Festgelegt sind diese in Deutschland in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), in Österreich in der Fahrradverordnung (FV) und in der Schweiz in der Verordnung über die technischen Anforderungen an Straßenfahrzeuge (VTS). Im Wesentlichen betreffen diese Regelungen die folgenden Ausstattungsmerkmale.

Ob Felgen-, Scheiben- oder Nabenbremsen, zu einem  verkehrssicheren Fahrrad gehören zwei intakte Bremsen.

Eine helltönende Klingel darf in Deutschland nicht fehlen, in Österreich kann es auch eine Hupe sein.

  • Bremsen: Das Rad muss über zwei einwandfrei funktionierende, voneinander unabhängige Bremsen verfügen.
  • Beleuchtung und Reflektoren: Die Sichtbarkeit durch Scheinwerfer, Leuchten, Rückstrahler und Reflektoren (vorne, seitlich und hinten) ist hinsichtlich der Energieleistung, des Beleuchtungsradius und der Farben geregelt.
  • Pedalreflektoren: Pedale müssen vorne und hinten mit einem Rückstrahler ausgestattet sein.
  • Klingel oder Hupe: In Deutschland ist nur eine helltönende Klingel erlaubt, in Österreich alternativ auch eine Hupe. In der Schweiz sind weder Klingel noch Hupe verpflichtend.
  • Fahrradreifen: Als einziges der drei Länder hat die Schweiz explizit intakte, gleich elastische Pneus (Reifen) in die obligatorischen technischen Anforderungen an Fahrräder aufgenommen.

    Rotes Rücklicht und rote Reflektoren sind hinten am Fahrrad vorgeschrieben.

    Pedale müssen hinten und vorne über Reflektoren verfügen.

    Vorne müssen die Scheinwerfer und Reflektoren weiß sein.

    Hast du dich für ein City- oder Trekkingbike entschieden, so entspricht dieses bereits in der Grundausstattung den gesetzlichen Vorschriften für ein verkehrssicheres Rad. Selbstverständlich müssen insbesondere Bremsen und Beleuchtung regelmäßig überprüft werden.

    Anders ist das bei Rennrädern und Mountainbikes. Sie sind zwar zum Teil von den obigen Regeln ausgenommen, dies jedoch auch nur unter besonderen Bedingungen. Hast du dir dein Fahrrad als sportliches Trainingsbike oder für abenteuerliche Strecken in den Bergen gekauft, verwendest es nun aber zusätzlich auch im Alltag auf öffentlichen Straßen? Dann musst du dir über Nachrüstungsmöglichkeiten Gedanken machen, damit du mit einem verkehrssicheren Bike unterwegs bist.

    Noch mehr Sicherheit

    Neben den gesetzlich verankerten Regelungen zur Verkehrssicherheit des Fahrrads, kannst du selbst als Fahrer zusätzlich durch dein Verhalten für Sicherheit auf öffentlichen Straßen sorgen, beispielsweise durch mehr Sichtbarkeitüber helle und reflektierende Kleidung, besonders in der Nacht. Ebenfalls wichtig ist ein eindeutiges, vorausschauendes Verhalten. Als Radler darfst du deinen Platz im Straßenverkehr einfordern, der ADFC empfiehlt jedoch, nach außen selbstbewusst, aber innerlich defensivzu fahren. Denn als Fahrradfahrer bist du der schwächere Verkehrsteilnehmer. Selbst wenn dein Verhalten regelkonform ist, solltest du nicht auf deinem Recht beharren, wenn du am Ende in einen Unfall mit schwerwiegenden Folgen für dich verwickelt bist. Längst nicht alle Radfahrer halten sich an die Verkehrsregeln. Schnell noch bei Rot über die Ampel, richtungsverkehrt durch die Einbahnstraße, auch wenn diese dafür nicht freigegeben ist, oder Fahrradfahren trotz zu viel Alkoholkonsums – all diese Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung erhöhen die Unfallgefahr. Zudem werden sie mit Strafen geahndet.

    Ein Helm schützt vor Kopfverletzungen

    Es besteht keine Helmpflicht für Fahrradfahrer – zumindest nicht in Deutschland und der Schweiz. Aus Sicherheitsgründen wird jedoch zum Tragen eines Fahrradhelms geraten, da er den Kopf wirksam vor Verletzungen schützt.

    Unfallforscher und Mediziner haben in wissenschaftlichen Studien immer wieder belegt, dass gerade lebensbedrohliche Kopfverletzungen durch das Tragen eines Helms vermieden werden können. Denn ein Helm verstärkt die Schädeldecke und dient sozusagen als Knautschzone zwischen Kopf und Straße. Wie ein Stoßdämpfer wirkt der Helm und fängt die Aufprallenergie ab.

    In Österreich gilt die Helmpflicht nur für Kinder unter 12 Jahren.

    Bei Erwachsenen wird auf Freiwilligkeit und die Vorbildfunktion gesetzt. Keinesfalls soll eine Helmpflicht Menschen vom Fahrradfahren abbringen, denn Fahrradfahren hat viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Diese haben wir in unserem Blog-Artikel Fit und gesund durch Fahrradfahren  zusammengefasst. 

    Doch nur wer schmerzfrei auf seinem Fahrrad unterwegs ist, wird gerne auch längere Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen und den gesundheitsrelevanten Trainingserfolg erzielen. In Teil 2 zu "Sicher und richtig radeln" erfährst du, worauf du achten musst, damit dein Fahrrad perfekt auf dich eingestellt ist. - Erscheint in Kürze.

    Hast du noch Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns, von dir zu hören +49 (0) 8033 978 9020 oder zu lesen unter info@e-bikes4you.com.