Mountainbike Basics – Typen, Laufradgrößen und Pedale

Mountainbike ist nicht gleich Mountainbike und jeder, der anfängt sich mit dem Thema zu beschäftigen, wird schnell mit Fachausdrücken konfrontiert. Fully oder Hardtail? Enduro, Cross-County oder Downhill? 27,5“ oder 29“? E- oder Nicht-E-Bike? Solltest du mit Klick- oder flachen Pedalen fahren? Und was ist überhaupt der Unterschied?

Welche Art von MTB genau zu dir passt, hängt davon ab, wie und wo du fahren möchtest, wieviel Fahrrad-Erfahrung du schon hast und welche Ambitionen du als Mountainbiker mitbringst.

Was ist der Unterschied zwischen einem Hardtail und einem Fully?

Als Hardtail werden Mountainbikes bezeichnet, die nur vorne gefedert sind und einen harten „Tail“ (ein hartes Heck) haben. Die Federung vorne besteht meist aus einer Federgabel, die mit Luft gefüllt ist. Der Luftdruck ist auf dein Gewicht und deinen Fahrstil abgestimmt, sodass die Gabel bei Schlägen optimal komprimiert und die größten Stöße am Vorderrad absorbiert. Eine 100mm Federgabel kann kleinere Schläge abfangen und bis zu 10cm einfahren, eine größere 200mm Gabel sogar 20cm. Dies sorgt dafür, dass der Lenker ruhiger bleibt, anstatt die volle Wucht jedes Schlages direkt an dich weiterzugeben. Hardtails sind im Gegensatz zu Fullys leichter und effizienter bergauf. Sie eignen sich somit gut für längere Touren, bei denen eventuell auch einige Höhenmeter bezwungen werden müssen und wo bergab eher gemütlich gefahren wird. Hardtails sind ideal für Wald-, Feld- und Schotterwege. Sie sind außerdem durch weniger Komponenten nicht so wartungsintensiv und meist preisgünstiger. Da sie jedoch nur am Vorderrad gefedert sind, eignen sie sich weniger für ruppiges, steiniges oder wurzeliges Gelände.

Das Trek Procaliber hat eine gefederte Gabel, ist aber am Heck steif und wird daher "Hardtail" genannt.

Wenn du lieber schwierige Trails bergab fahren und durch anspruchsvolles Gelände preschen möchtest, dann solltest du ein vollgefedertes „Fully“ (Fully steht für Full Suspension) Mountainbike in Betracht ziehen. Hier wird neben dem Vorderrad auch das Hinterrad mit einem Dämpfer oder Federbein gefedert und Stöße gelindert. Dies erlaubt es dir in ruppigem Gelände sicherer zu fahren und hilft dir, weniger schnell zu ermüden. Ein vollgefedertes Mountainbike gibt Anfängern außerdem oft ein sicheres Fahrgefühl, da es ruhiger auf dem Trail liegt und bei Technikfehlern vom Fahrer toleranter ist. Fullys haben meist höhere Anschaffungs- und Wartungskosten und sind durch zusätzliche Komponenten und eine robustere Konstruktion meist schwerer. Sie sind beim Bergauffahren durch ihr Gewicht und den Kraftverlust an den Dämpfungselementen außerdem weniger effizient als Hardtails, bewähren sich dafür aber auf dem Weg nach unten.

Das TopFuel von Trek ist ein Fully mit Federgabel und Dämpfer am Hinterbau.

E- oder Nicht-E-Bike?

Ob ein E-Bike oder ein sogenanntes „Purebike“ die richtige Wahl für dich ist, hängt von einigen Faktoren ab. E-Bikes sind super für dich, wenn du unter Zeitmangel leidest und längere Strecke oder mehrere Trails in kurzer Zeit zurücklegen möchtest. Sie sind außerdem gut für alle, die beim Bergauffahren etwas Unterstützung möchten, um weniger erschöpft anzukommen, um mit Freunden mitzuhalten und für diejenigen, die höhere Berge erklimmen und längere Trails entdecken möchten. Mit einem E-Bike bist du aber keinesfalls weniger sportlich unterwegs, denn alle modernen E-Bikes haben unterschiedliche Unterstützungsstufen, mit denen du deinen eigenen Kraftaufwand regulieren kannst. So kannst du zum Beispiel im Turbo Modus fahren, wenn du mit sehr sportlichen Freunden unterwegs bist oder, wenn du in einer höheren Pulsfrequenz trainieren möchtest, eine niedrigere Unterstützungsstufe wählen.

Wenn dich weniger Kraftaufwand und Zeitersparnis dazu animieren, dich aufs Rad zu schwingen, dann ist ein Elektro-MTB vielleicht genau das richtige für dich.

Hier sind das Focus Sam und sein motorisierter Cousin, das Sam² in Action.

Wenn du jedoch lieber ein agiles, wendiges und verspieltes Rad möchtest und eventuell Trails fährst, bei denen du dein Rad tragen musst, solltest du dir ein Purebike anschauen. MTBs ohne Motor sind viel leichter, weniger wartungsintensiv und oft günstiger bei gleicher Ausstattung. Wenn du mit deiner Fitness überall hinkommst, weniger Wartungsaufwand und ein leichteres, wendigeres Rad möchtest, dann ist ein MTB ohne Motor wahrscheinlich die bessere Wahl für dich.

Wenn du noch nie E-Bike gefahren bist, empfehlen wir dir, vor dem Kauf eine Probefahrt zu machen. Moderne E-Bikes haben ein sehr natürliches Fahrgefühl, das Handling ist jedoch anders als bei einem herkömmlichen Bike ohne Motor. Eine Testfahrt könnte dir dabei helfen, die richtige Entscheidung für dein perfektes Bike zu treffen.

Dein Einsatzgebiet

Jetzt kommen wir zum spannendsten und wichtigsten Teil der Bike Auswahl: Wie und wo möchtest du dein neues Rad fahren? Es gibt unterschiedliche Begriffe, die oft überlappend genutzt werden und der Übergang von einer in die andere Bike-Kategorie ist oft fließend. Hauptsächlich unterscheiden sich die verschiedenen Bike-Typen jedoch in der Geometrie und Federung, wobei die Art der Federung und der Federweg am ausschlaggebendsten sind.

Hier ein kleiner Überblick:

Cross Country

Cross Country Räder sind gut für Wald-, Schotter- und Feldwege mit hügeligen Abschnitten und ideal für alle, die Wert auf Effizienz und Geschwindigkeit legen, ohne technische Trails fahren zu wollen. Cross Country Bikes sind leichte Hardtails mit ca. 100mm Federweg und einer sportlichen Geometrie, bei denen Effizienz im Vordergrund steht. Bei hochwertigen Bikes werden Rahmen und andere Komponenten aus leichtem, steifem Carbon hergestellt, um die Kraftübertragung zu maximieren und die Effizienz zu steigern. Auch die Reifen sind eher dünn und mit wenig Profil, um den Rollwiederstand so gering wie möglich zu halten. Als Cross Country Fahrer ist dein Motto: „Speed, Effizienz und Ausdauer!“

Das Trek Procaliber ist ein sehr beliebtes Cross Country Bike.

Racefully

Eine neuere Bike-Kategorie, die den Cross Country Bikes sehr ähnelt, ist das Racefully. Anstatt nur einer Federgabel vorne sind sie zusätzlich hinten vollgefedert und bieten dir dank eines ca. 100mm Dämpfers mehr Komfort in technischem Gelände. Sie sind downhilllastige Cross Country Bikes, mit denen du einfache Trails fahren kannst und nicht in Verlegenheit gerätst, wenn du ein paar kleinere Steine oder Wurzeln bewältigen musst. Damit du beim Bergabfahren besseren Grip hast, sind die Reifen in der Regel etwas breiter und gröber als bei Cross Country Bikes. Die allgemeine Rahmengeometrie wurde von den Cross Country Bikes übernommen und auch Leichtigkeit und Steifigkeit spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zu den nächsten Bike-Kategorien in dieser Liste sind Racefullys leicht und mehr aufs Bergauf- als das Bergabfahren ausgelegt. Mit einem Racefully ist dein Motto: „Mit Effizienz nach oben und Spaß nach unten!“

Das Supercaliber hat eine ähnliche Geometrie wie das Procaliber, ist aber vollgefedert.

Trail Bikes

Trail Bikes sind die Alleskönner unter den Mountainbikes. Sie sind relativ effizient, um gut bergauf zu kommen, aber robust genug, dass einfachere Trails mit Wurzelpassagen, Steinen, kleinen Sprüngen und Drops gut bewältigt werden können. Gabel und Dämpfer haben meist einen „Lockout“, mit dem die Federungsfunktion fast komplett eingeschränkt und durch weniger Kraftverlust effizient bergauf gefahren werden kann. Die Geometrie und Ausstattung bei Trail Bikes ist mehr auf den Spaß bei der Abfahrt ausgelegt als auf Leichtigkeit und Effizienz bei der Bergauffahrt. 29“ Laufräder sind zunehmend der Standard, aber auch 27.5“ Laufräder sind noch sehr beliebt. Mehr zu den Vor- und Nachteilen der unterschiedlichen Laufradgrößen findest du weiter unten. Trail Bikes sind die richtige Wahl für dich, wenn du gerne Berge aus eigener Kraft erklimmst und Spaß daran hast, bergab zu fahren, ohne die schwersten und steilsten Strecken bewältigen zu wollen. Das Motto ist „Fast und fun!“

Das vollgefederte Focus Thron eignet sich perfekt als Alleskönner Trailbike.

Enduro Bikes

Enduro Bikes haben eine flache, Downhill orientierte Rahmengeometrie und sind für anspruchsvollere Trails, schnelle Abfahrten und einen selbstbewussten, aktiven Fahrstil ausgelegt. Mit bis zu 170mm Federweg vorne und hinten können sie bei einer rasanten Abfahrt einiges an Schlägen wegstecken, dich sicher über Sprünge fliegen lassen und auch höhere Drops aushalten. Die Uphill-Effizienz steht hier im Hintergrund und beim Bergauffahren wird mehr mit Freunden getratscht als Bestzeiten gejagt. Enduros sind gut zum Shuttlen und Lift fahren geeignet und fühlen sich in Bike Parks und auf deinem Home Trail zu Hause. Mit breiten, gut profilierten Reifen hast du auch bei rutschigen Bedingungen super Grip. Die meisten Enduro Fahrer sind mindestens mit einem Halbschalenhelm und Knieschonern unterwegs, um sich vor dem ein oder anderen unvermeidlichen Sturz zu schützen. Enduro Bikes sind eine gute Wahl für dich, wenn du auf Adrenalin-Kicks stehst, du fahrtechnisch ambitioniert unterwegs bist und öfters mal deinen inneren Schweinehund mit anspruchsvollen Passagen überwinden willst. Dein Motto ist: „Nur die Harten, komm‘ in Garten!“

Das Focus Sam ist als Enduo Bike bestens geeignet und kann auch auf anspruchsvolleren Trails gefahren werden.

Freeride

Das Freeride Bike ist das perfekte Bike für alle, die einiges an Bike-Erfahrung haben und die härtesten Trails, die größten Sprünge und beeindruckendsten Drops bezwingen wollen. Mit einem Federweg von bis zu 200mm vorne und hinten absorbiert es die härtesten Schläge und sorgt dafür, dass so wenig Druck wie möglich an deinen Körper weitergeleitet wird. Freeride Bikes sind robust, stabil und werden auch den anspruchsvollsten Hindernissen gerecht, insofern du den Skill und den Mut hast! Hier wird mehr Wert auf stylisches und flüssiges Fahren gelegt als auf Schnelligkeit. Mit einer normalen Single-Crown-Gabel bist du wendig unterwegs und kannst enge Passagen und Spitzkehren bewältigen. Freeride Bikes können entweder mit einem Luftdämpfer oder einer Stahlfeder Schläge am Hinterrad abfangen. Beide haben Vor- und Nachteile. Im Groben sind Luftdämpfer leichter und flexibler in der Einstellung und Stahldämpfer sind robuster, halten das Hinterrad besser am Boden und sind im Durchschnitt schneller. Als Schutz werden oft ein Full-Face-Helm, Knieschoner und Oberkörperprotektoren getragen. Freeride Bikes sind eher fürs Bergabfahren geeignet, zur Not kannst du auch den Berg selbst erklimmen, im Idealfall nimmst du aber den Shuttle oder Lift. Dein Motto ist: „Alles ist fahrbar!“

Dieses Trek Slash wird mit viel Style und Können gefahren.

Downhill

Mit einem Federweg von bis zu 250mm, einer Double-Crown-Gabel und einem Dämpfer mit Stahlfeder kannst du die anspruchsvollsten Trails so schnell wie möglich herunterpreschen. Hier geht es darum, Weltklasse-Hindernisse mit Spitzengeschwindigkeiten zu bezwingen, anstatt mit feinfühligen technischen Manövern zu glänzen. Die Double-Crown-Gabel bietet zwar die beste Federung, sorgt aber dank eines geringen Lenkwinkels dafür, dass Spitzkehren und andere Tricks, die Finesse benötigen, eher schwerer zu meistern sind. Als Schutz wird meist, wie beim Freeride Bike, ein Full-Face-Helm, Knieschoner und Oberkörperprotektoren getragen. Mit einem Downhill Bike bist du auf Shuttles und Lifte angewiesen, denn das Bergauffahren ist mit ihnen fast unmöglich. Du lebst für Adrenalin und imposante Fotos, dein Motto ist: „Go hard or go home!“

Dieses Specialized Demo mit DoubleCrown Gabel und Stahldämpfer ein echtes Downhill Bike.

Was sind die unterschiedlichen Laufradgrößen und wofür sind sie geeignet?

Die Größe deines Laufradsatzes beeinflusst viele Faktoren und ändert dadurch das Fahrgefühl deines Bikes. So kann die Größe der Räder zum Beispiel deine Geschwindigkeit und Beschleunigung beeinflussen und das Überrollverhalten, die Wendigkeit, Laufruhe, Steifigkeit und Gewicht deines Rades verändern. Welche Laufradgröße die richtige für dich ist, hängt von deinem bevorzugten Fahrstil, deinem Können und deiner Erfahrung ab.

Die unterschiedlichen Laufradgrößen im Vergleich.

29“

29“ Laufräder haben von allen Größen das beste Überrollverhalten, die höchste Laufruhe, den meisten Grip und erzielen die höchsten Geschwindigkeiten. Dank des größeren Durchmessers legen sie außerdem mit jeder Radumdrehung eine längere Strecke zurück und sind somit effizienter. Ein gutes Überrollverhalten bietet dir nicht nur bei technischen Downhill-Abschnitten Sicherheit, es liefert auch bei holprigen Trails auf dem Weg nach oben extra Effizienz und spart Kraft.

Diese Charakteristiken machen sie für Cross Country und Racefully Fahrer zum absoluten Must-Have und du wirst kaum Bikes dieser Kategorien mit kleineren Rädern finden.

Gute Laufruhe und Überrollverhalten sind aber auch wichtig für Fahrer, die sich mehr auf das Downhill fahren konzentrieren. So werden größere Steine und Wurzeln leichter bewältigt und Räder sind weniger anfällig, in Löchern und Unebenheiten stecken zu bleiben. Dank der höheren Laufruhe wirst du außerdem weniger schnell von deiner ausgewählten Linie geschlagen und Fahrfehler lassen sich häufiger retten. Generell werden Technikfehler und Unsicherheiten von 29“ Laufrädern weniger hart bestraft als von kleineren. Das macht sie deshalb auch bei Anfängern besonders beliebt.

Aber auch fortgeschrittene Fahrer lieben 29“er, da sie höhere Geschwindigkeiten erzielen und größere Hindernisse einfacher bewältigen können. Zu den Nachteilen bei 29“ern zählen ein etwas höheres Gewicht durch mehr Material, ein weniger agiles Fahrverhalten und der Verlust von Steifigkeit durch einen größeren Raddurchmesser.

27,5“

Diese Laufradgröße liegt weniger satt auf dem Trail, ist aber super für alle, die sich ein verspieltes und agiles Fahrverhalten wünschen. Mit einem 27.5“ Laufrad bewältigst du technische, enge Passagen wie Spitzkehren einfacher als mit 29“ern und kannst dich freier und verspielter auf dem Trail bewegen. Das benötigt Skill und Selbstvertrauen, kann aber umso mehr Spaß machen. 27.5“ Laufräder sind jedoch nicht nur gut für Fortgeschrittene, auch kleinere Fahrer aller Erfahrungsklassen können von einem kürzeren Rad und kleinen Rädern profitieren und fühlen sich unter Umständen wohler. Einige Radhersteller beschränken sich deshalb darauf, die Rahmengrößen XS und S nur mit 27,5“ Laufrädern anzubieten, anstatt mit 29“.

26“

26“ Laufräder waren zu Beginn des Mountainbike Sports sehr beliebt, sind heutzutage aber fast nur noch an Jugendrädern verbaut. Hauptgrund hierfür ist, dass kleinere Räder ein schlechtes Überrollverhalten haben und es so schwerer ist, technisches Gelände zu bewältigen. Dank weniger Material sind sie jedoch leichter und beschleunigen schneller, haben aber eine langsamere Spitzengeschwindigkeit. 26“ Laufräder sind bei neuen MTBs für Erwachsene heute so gut wie ausgestorben.

Was ist ein Mullet?

Das Mullet Bike zeichnet sich durch einen gemischten Laufradsatz aus, bei dem vorne ein größeres und hinten ein kleineres Rad verbaut ist. Heutzutage ist dies meist 29“ vorne und 27,5“ hinten, um von beiden Kategorien die besten Eigenschaften zu übernehmen. Das 29“ Vorderrad rollt leicht über ruppiges Gelände und hält dein Rad sicher auf der Linie. Das kleinere Hinterrad hingegen sorgt dafür, dass dein Hinterbau agil bleibt, du gut um enge Kurven kommst und verspielter mit deinem Rad umgehen kannst. Da es nur wenige Bikes mit dieser Ausstattung ab Werk gibt, nutzen die meisten Mullet-Liebhaber ein 27,5“ als Basis und bauen es dann selbst um. Doch Vorsicht bevor du dein Mullet-Projekt in Angriff nimmst: Der Umbau wird die Geometrie deines Bikes stark verändern und es gibt einige Komponenten, die eventuell zusätzlich zum Laufrad und der Gabel ausgetauscht werden müssen.

Ein Mullet Rad von Focus mit 29" Laufrad vorne und 27,5" hinten.

Pedale – Flach oder Klick?

Auch bei Pedalen gibt es kein richtig oder falsch, denn hier geht es wieder um deine eigenen Vorlieben. Wenn du aus der Rennrad-Welt kommst, bist du sicher mit Klick-Pedalen vertraut und wirst diese vielleicht bevorzugen. Wenn du jedoch noch recht wenig Erfahrung mit Fahrrädern hast oder noch nie Klick-Pedale gefahren bist, bevorzugst du vielleicht „Flats“.

Was sind Flat Pedals?

Hier haben Mountainbike Schuhe eine flache Sohle mit gutem Profil, deshalb werden sie häufig auch flache Pedale oder Flats genannt. Der Gummi der Sohle ist speziell dafür entwickelt, um dir auf den Pedalen möglichst viel Grip zu geben. Er ist langlebiger als bei Standardschuhsolen und dazu oft recht steif, um dich in der richtigen Fuß- und Knöchelposition zu unterstützen. Flache Pedale sind mit kleinen Spikes versehen, die gut im Profil deiner Sohle Platz finden und so dafür sorgen, dass du nicht mit den Füßen von den Pedalen rutschst. Die Gefahr, dass du vom Pedal abrutschst, kann dadurch jedoch nicht völlig eliminiert werden. Besonders bei Anfängern kann es gelegentlich vorkommen, dass man in etwas unebenem Gelände oder gar bei Sprüngen die Pedale unterm Fuß verliert. Trotz dieser Gefahr werden Flats von vielen Anfängern bevorzugt, da jederzeit die Füße von den Pedalen genommen werden können.

Ein Flat Pedal von Entity mit kleinen Spikes für besseren Halt.

Das liefert besonders am Anfang ein Gefühl von Sicherheit und kann helfen Selbstbewusstsein aufzubauen. Um dem Abrutschen vorzubeugen, solltest du beim Fahren immer mit dem Fußballen (oder kurz dahinter) auf dem Pedal stehen und die Fersen nach unten drücken.

Flache Pedale werden bei vielen Downhill orientierten Rädern bevorzugt, da du mit ihnen leichter Tricks ausüben kannst, sich deine Fahrtechnik verbessert und du auch bei Stürzen schneller und einfacher von deinem Rad kommst.

Im Vergleich zu den Klick-Pedalen sind flache Pedale weniger effizient und deshalb seltener bei Cross Country und Racefullys verbaut. Hier wird bei jedem Tritt nur dann Kraft ausgeübt und in Vorwärtsmomentum umgewandelt, wenn du von oben Druck auf das Pedal ausübst. Bei Klicks kannst du die Pedale zusätzlich in der Aufwärtsbewegung mit hochziehen und so noch mehr Kraft übertragen.

Bei Trail Bikes kommt es stark auf persönliche Vorlieben an, denn die Effizienz von Klick-Pedalen ist beim Bergauffahren sehr hilfreich, viele Fahrer bevorzugen jedoch nach wie vor die Flexibilität von flachen Pedalen auf dem Weg nach unten.

Was sind Klick Pedale?

Klick Pedale, kurz auch Klicks genannt, sind weitaus effizienter als flache Pedale, da dein Schuh fest mit dem Pedal verbunden ist. So übst du auch in der Aufwärtsbewegung Kraft aus und hast keinen Leerlauf. Um Klick Pedale nutzen zu können, brauchst du spezielle Schuhe mit einer Ausbuchtung unter der Sole, in der sogenannte „Cleats“ angebracht sind. Diese Cleats verbinden deinen Schuh sicher mit dem Pedal, indem du sie seitlich in eine spezielle Vorrichtung am Pedal einklickst. Um die Schuhe von den Pedalen zu lösen und abzusteigen, drehst du deinen Knöchel nach außen. Cleats können leichter und fester eingestellt sein, je nachdem wie viel Kraft du aufbringen möchtest, um die Schuhe von den Pedalen zu lösen. 

Ein Klickpedal von Entity.

Der Vorteil von Klicks ist, dass du bei der richtigen Cleat-Einstellung den Fuß immer auf der optimalen Position hast, die Pedale nicht verlierst und außerdem effizienter bist. Anfänger müssen das Ein- und Ausklicken der Pedale oft üben, bis sich die Bewegung im Unterbewusstsein eingespielt hat, um auch bei unerwartetem Bremsen sicher absteigen zu können. Klick Pedale werden überall da eingesetzt, wo Effizienz eine große Rolle spielt und sind deshalb im Mountainbike-Bereich besonders bei Cross Country Bikes und Racefullys beliebt.

Fazit

Egal für welche Art von Mountainbike du dich letztendlich entscheidest: Es zählt, dass du Spaß hast und mit der Zeit deinen eigenen Stil entwickelst. Es gibt keine einheitliche Lösung, die für jeden richtig ist. Um die optimale Entscheidung für dich zu treffen, solltest du etwas Zeit in deine Recherche investieren, die ein oder andere Probefahrt machen und dich von Profis beraten lassen. Wir helfen dir natürlich gerne bei der Auswahl deines perfekten Bikes und können dich auch zu speziellen Ausstattungen und Preisklassen in einem persönlichen Gespräch beraten. Ruf uns gerne an unter +49 (0)8033 9789020 oder schicke uns eine E-Mail an info@e-bikes4you.com.

Zum Vergleich haben wir hier noch einmal eine Tabelle mit den wichtigsten Infos der verschiedenen Kategorien für dich angelegt:

Bike

Gabel

Dämpfer

Reifen

Laufräder

Pedale

Geeignet bergauf

Geeignet bergab

Auch genannt

Cross Country

ca. 100mm

nein

Schmal mit wenig Profil für geringen Rollwiderstand

29“

Klicks

7/10

3/10

Marathon

Racefully

100-120mm

ca.100mm

Gröber, etwas breiter und mit mehr Profil als beim Cross Country

29“

Klicks

7/10

4/10

Down Country

Trailbike

120-140mm

bis zu 140mm

Mit relativ viel Profil, aber einem recht dünnen Mantel für Gewichtsersparnis

27,5“ oder 29“

Klicks oder Flat

5/10

6/10

All Mountain

Enduro

bis zu 170mm

bis zu 170mm

Mit viel Profil für guten Grip

27,5“ oder 29“

meist Flat

4/10

8/10

 

Freeride

bis zu 200mm

bis zu 200mm

Mit viel Profil und dickem Mantel, um Schlägen vorzubeugen

27,5“ oder 29“

meist Flat

2/10

9/10

 

Downhill Bike

bis zu 250mm, Double-Crown

bis zu 250mm

Mit viel Profil und dickem Mantel, um Schlägen vorzubeugen

27,5“ oder 29“

meist Flat

0/10

10/10